Heft 3+4-2017 , Rubrik Titelthema

Gelesen und eingefordert

So kam es zur Entsendung von UN-Jugenddelegierten aus Deutschland

Angefangen hat alles mit einer Studentin vor über 15 Jahren, die eine der Jugendresolutionen, die in der Generalversammlung der Vereinten Nationen alle zwei Jahre verabschiedet werden, genau gelesen hatte. Sie stellte überrascht fest, dass mit deutscher Unterstützung in der Resolution dazu aufgerufen wurde, die nationalen Delegationen zur UN-Generalversammlung um Jugendliche zu erweitern, zumal es um Jugendfragen geht. Doch davon war vor Ort, in Deutschland, keine Rede mehr. Ein entsprechendes Programm fehlte. Die Studentin insistierte mit Nachfragen bei der Bundesregierung, ließ nicht locker und wurde schließlich zu einem Gespräch in der Zentrale des Auswärtigen Amtes in Berlin eingeladen. Damit kam die Sache ins Rollen, ein Programm wurde aufgelegt und im Jahr 2005 konnten erstmals Jugenddelegierte an der UN-Generalversammlung in New York teilnehmen.

Seither ist die Zahl der UN-Jugenddelegierten weiter gewachsen: Derzeit gibt es 35 ähnliche Länder-Programme weltweit. Angesichts der Tatsache, dass es 193 Mitgliedsstaaten bei den Vereinten Nationen gibt, ist das immer noch ein sehr kleiner Teil. Folglich arbeiten die deutschen Jugenddelegierten auch daran, weitere Programme vorzubereiten. Im November gestalteten sie einen Workshop mit Jugendlichen aus Nigeria, Tunesien und Argentinien, um ihnen die Skills zu vermitteln, die sie als Jugenddelegierte benötigen werden.